Press - Reviews
13th June 2011
Origami review, Stormbringer

ThanatoSchizO
Origami
CD, Major Label Industries, 2011

Die sympathischen Portugiesen von THANATOSCHIZO sind wieder da. Drei Jahre, nachdem das Sextett mit „Zoom Code“ erfolgreich im Progressive Death- und Doom-Bereich gewildert hat, erscheint mit „Origami“ ein Album, das für Fans etwas unbefriedigend ausfallen dürfte. Anstelle von neuem Futter gibt es dieses Mal nämlich lediglich Akustik-Neuinterpretationen diverser Bandklassiker zu hören.

Die sind alles andere als schlecht gemacht und erinnern von der Ausrichtung her ein wenig an THE GATHERING gegen Ende der Bandgeschichte, aber mit für THANATOSCHIZO typischen Folk-Einflüssen. Sympathische Arrangements geben den Songs einen entspannten Touch, und Sängerin Patrícia legt im Gegensatz zum Vorgängeralbum eine tadellose Gesangsperformance hin. Trotz des eng gesteckten kompositorischen Rahmens ist es der Band außerdem gelungen, die eigentlich auf das wesentliche reduzierten Stücke facettenreich und detailverliebt auf CD zu bannen, und auch der Sound der Scheibe lässt nichts zu wünschen übrig.

Das ändert aber nichts daran, dass „Origami“ echten Metalheads schnell langweilig werden dürfte – die Platte plätschert leise vor sich hin, und obwohl die Songs für sich genommen sehr gut funktionieren, wirken sie im Zusammenhang schnell ermüdend. Weil THANATOSCHIZO so zurückhaltend agieren, fällt man als HörerIn auch um jegliche Höhepunkte um, was einem bewussten Hörerlebnis nicht gerade förderlich ist.

Trotz der an und für sich hohen kompositorischen und klanglichen Qualität der Scheibe enttäuscht „Origami“ also etwas. Auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Akustikplatte darf man sich im Fall des doch recht kurzen Backkatalogs und niedrigen Bekanntheitsgrads der Band berechtigterweise stellen. Fans greifen zu, alle anderen sollten aber erst mal reinhören, ob ihnen THANATOSCHIZO Anno 2011 nicht zu zahm sind. [3.5/5]

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